Tag 1: Anreise/Deich
Trotz des Verkehrs anlässlich eines Feiertages sind wir gut und zeitig in Zeeland abgekommen. Das Kaff heißt Scharendijke. Hier liegt im Herbst der Hund direkt hinterm Deich begraben… Wer Ruhe sucht ist hier definitiv gut aufgehoben, wenn nicht grade in NRW Herbstferien wären… Ist zwar nicht Antigua, aber egal, Hauptsache mal raus aus Aachen und am Meer sein…
Das Haus ist wunderschön, ein altes Fischerhaus direkt hinterm Deich.
Abends erfülle ich mir einen sommerlichen Traum, obwohl es inzwischen in strömen regnet, Bierchen und ab auf den Deich! Meer, Wind, Regen, endlich Ruhe…
Tag 2: Radeln gegen den Wind
Nach einem ausgehdehnten Frühstück schnapp ich mir ein Fahrrad und es geht los Zeeland zu erkunden. Irgendwie radelt man hier immer gegen den Wind…
Pause am Strand. Beach House. Cappucino.
Schaue aufs Meer raus und genieße. Endlich Ruhe und Frieden. Die Akkus laden sich schon auf. All der Stress der letzten Wochen fällt so langsam von mir ab. Ich bin immer wieder fasziniert was das Meer für eine beruhigende Wirkung auf mich hat. Das Chaos in meinem Kopf lichtet sich so langsam, die Gedanken fangen an sich von selber zu ordnen und der Kopf wird klarer.
Das Highlight dieses Kaffs ist ein Schuppen namens „Surf Inn“. Gehe dann doch lieber noch ne Runde über den Deich und lass mir vom Wind den Kopf freipusten…
Langsam finde ich wieder zu mir selber zurück. Zeit zum nachdenken über das was in den letzten Wochen und Monaten passiert ist, Zeit Kraft zu tanken und nach vorn zu schauen…
Tag 3: In Öl am Meer
Erstmal ausgeschlafen. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wann ich das letzte Mal 11 Std am Stück gepennt habe. Es regnet und stürmt immer noch.
Nach langer Suche hab ich irgendwo im Haus Ölzeug gefunden. Jetzt steht einem Spaziergang mit Henriette nichts mehr im Wege:-)!!!
Ein Wahnsinniger ist bei dem Wind und Wetter am kiten!! Finde ne nette Beach Bar, time for a cup of coffee by the sea… Die Mucke dort ist besser als in dem Schuppen von gestern, der Kaffee und die Bedienung auch;-) Genieße den Meeresblick und den starken Wind. Aachen und alles was damit zusammenhängt ist so weit weg. Innere Ruhe und Frieden sind wieder da! Vieles wird klar und unerheblich, es gehört der Vergangenheit an. Warum bin ich nur nicht schon viel früher drauf gekommen?! Hätte mir den ein und anderen Stress in den letzten 2 Jahren ersparen können, so privat halt… Es tut nicht mehr weh, ich fühle mich wieder frei…
Abends ne Runde über den Deich und dann dem Surferladen noch mal ne Chance gegeben…Und habs nicht bereut;-)))
Tag 4: Cappucino am Strand und ein lecker Meisje
Was für ein Bilderbuchtag! Sonne satt und knapp 20 Grad. Da lacht doch das Herz! Nach dem Frühstück mit Henriette ab an den Strand. Die Luft ist herrlich, ein schöner Spätherbsttag an der Küste. Sammle Strandgut für ein ganz besonderes Geschenk für jemanden ganz besonderen.
Pause bei Cappucino in Strandbar Nr.4 von Scharendijke aus kommend. Swing und Jazz im Hintergrund, ne verdammt gut gelaunte Kellnerin und Sonne ohne Ende. Der Tag kann doch nur gut werden beschließe ich. Nach einer ausgedehnten, relaxenden Pause mache ich mich auf den Weg nach Renesse. Was für ein Scheisskaff!! Malle, nur halt an der Nordsee… Spießer und Asis aus NRW ohne Ende! Schnell zurück an den Beach…Mich zieh es vor meinem Rückmarsch nach Scharendijke noch mal in die Beach Bar von heute Mittag. Die gut gelaunte Kellnerin ist sogar noch besser gelaunt als vorhin:-) Wir verabreden uns für den Abend in diesem Surferladen…
Abends ist es windstill. Auch zu zweit haben wir auf dem Deich ein gespenstiges Gefühl, das passt irgendwie nicht zum Deichfeeling diese Ruhe…
Tag 5: Drehtag und ein fliegender Engländer
Das Wetter hat wieder umgeschlagen. Es ist relativ mild, aber neblig trüb. Ausflug nach Zierikzee. Nettes, altertümliches Kaff, das größte auf der Insel. Streune lustlos durch die Gassen und befinde mich auf einmal im 2. Weltkrieg! Drehtag vom Fernsehen in Zierikzee.
Danach runter an den Kanal vom Hafen. Zuerst dacht ich es wär ein fliegender Holländer, er entpuppte sich dann als Engländer.
Stop over am Beach auf dem Weg nach hause. Die Kellnerin von gestern hat heute extrem gute Laune und strahlt über beide Ohren. Woran mag das wohl liegen?!
Coffee Break und Zeit zum nachdenken, nachdenken über Gefühlswelten und was ich in der Vergangenheit fasch gemacht habe. Ich hab hab was draus gelernt und werde nun die Konsequenzen daraus ziehen. Muß demnächst einen „Kleine-Schwester“-Status an jemanden verleihen den ich sehr sehr gerne mag und die mir ganz irgendwie ganz besonders an meinem Herzen liegt. Vielleicht klappt dann mal wieder was bei mir.
Beschließe den kopf für den Rest des Tages auszuschalten und zu chillen.
Tag 6: Gammeln in der Sonne und fallende Sterne
Das Wetter hier ist unberechenbar. Letzte Nacht hat es in strömen gegossen und heute lacht die Sonne vom Himmel! Schöööön!!
Die See ist ruhig und es weht ein laues Lüftchen. Ab an den Strand. Irgendwann zieht es mich dann wieder in Strandbar Nr.4. Die Musik ist gut, es ist relativ windstill und ich knall mich für ein paar Stündchen in die Sonne und gammel einfach ab. Das muss heute einfach sein, Seele baumeln lassen und über nichts nachdenken. Einfach den schönen Tag genießen…
Morgen gehts zurück in die Heimat. Obwohl ich noch locker ne Woche hinten dran hängen könnte, hab ich irgendwie Lust auf die gute alte Ponte.
Abends zieht es mich noch einmal in den Surferschuppen. Jan der Taucher ist gestern weg nach Schottland ne Bohrinsel festmachen. Mario der Wirt ist guter Laune, doch irgendwann kann ich den Bessen Genever nicht mehr sehen und wir zuckeln noch ne Runde auf den Deich. Es ist windstill, keine Wolken. Was für ein schöner Sternenhimmel! Das letzte mal hab ich so was schönes an nem Strand in Griechenland gesehen. Denke noch wie schön wärs jetzt, und da fangen sie auch schon an zu fallen die Sterne… 3 Stück an der Zahl, 3 Wünsche…Bin gespannt…
Tag 7: Über den Strand zurück in den Alltag
Ein flüchtiger Blick zurück und dann ab in mein Bett.
Die Nacht war definitiv zu kurz… Die Sonne lacht vom Himmel:-) Nach dem Frühstück ist Hausputz angesagt, wir wollen ja schliesslich irgendwann mal wieder hier her zurück kommen.
Ab an den Strand, ein letzter Spaziergang in der Sonne. Es weht kaum kein Lüftchen, es ist richtig warm. Ich genieße die Wärme und das Meer. Cappucino an Strandbar Nr.1 und dann ab auf den Weg nach Aachen. Gut erholt, Kopf frei und Akkus voll für die nächste Runde…
In den letzten Tagen hatte ich sehr viel Zeit nach zu denken und das hab ich intensiv gemacht. Ich hab keine Ahnung was mich zuhause erwartet, aber egal, ich gehs an. Muß ein paar alte Brücken kappen, ein paar flicken und ein paar neue aufbauen. Ich hab keine große Lust mehr mich biegen und brechen zu lassen, so wie es einige Menschen aus meinem Umfeld es lange zeit versucht haben. Ich bin halt manchmal ein Macho, aber wie es ein guter Freund mal sagte, Jan ist ein Macho mit riesem Herz. In diesem Sinne, tot siens Zeeland, dank u well and let’s kick some ass mate!